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Einladung zum Osterbasar am Sonntag, dem 25. März, 14:00 bis 17:00 Uhr
Eingestellt am: 01.02.2012

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Die aktuelle Predigt


Gnade sei mit Euch von dem, der da war,

der da ist und der da kommt. Amen.

Liebe Gemeinde !

Es sind sehr alte Worte, denen wir heute nachgehen wollen, und zugleich sind es für uns

ganz bekannte und vertraute Worte.

Sie gehören zu den ältesten geschriebenen Worten

im Alten Testament. Es sind also von jüdischen Gläubigen aufgeschriebene Worte.

Während der Wanderung des Volkes Israel durch die Wüste können sie zum ersten Mal erklungen sein.

Die Alten, die diese Worte zuerst gehört hatten,

sagten sie ihren erwachsenen Söhnen und Töchtern weiter; die wieder sagten sie ihren Kindern und Enkeln. Die Tempeldiener sagten sie den Gläubigen,

manche sagten sie auch Fremden - bis die Worte schließlich aufgeschrieben wurden,

sogar auf kleine Silberplatten,

die Archäologen aus dieser Zeit fanden.

Es sind Worte wie Edelsteine, die man keinesfalls vergessen oder verlieren wollte, so schöne Worte.

Die meisten von Ihnen kennen sie,

viele auch auswendig. Wenn diese Worte erklingen, dann, so sagte jemand, ist das wie eine Umarmung der so schönen und so geschundenen Welt:

Der Herr segne dich und behüte dich;

der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir

und sei dir gnädig; der Herr hebe sein Angesicht

auf dich und gebe dir Frieden.

Behüten ... leuchten ... sein Angesicht ... Frieden.

Ich kann verstehen, dass Menschen allein wegen dieser Worte in einen Gottesdienst kommen.

Wir wollen ja behütet sein;

wir wollen, dass uns Licht leuchtet und erleuchtet:

wir wollen doch den Frieden.

Alles, was ein Mensch dringend braucht, wird in diesen Worten, in dieser Umarmung der Welt versprochen.

 

Nach dem Bericht des 4. Buches Mose empfängt Mose diesen Segen am Berg Sinai vor Beginn der Wüstenwanderung des Volkes Israel.

Er stellt also so etwas wie einen Reisesegen dar. Deshalb ist es ganz richtig, ihn auch am Ende eines Gottesdienstes zu empfangen,

bevor wir in den Alltag zurückkehren.

Der Segen soll uns durch

die Woche hindurch begleiten.

Es sind Worte, die aufrichten,

damit wir erhobenen Hauptes

und mit Zuversicht durchs Leben gehen können,

darum erheben wir uns zu diesen Worten. 

Es sind gute Wünsche, dass wir zufrieden und glücklich werden trotz der Steine, die manchmal auf unseren Wegen liegen. Gott selber wird uns begleiten,

wenn sein Segen auf uns liegt.

Was dies im Einzelnen für uns bedeuten mag,

wollen wir entlang den drei Sätzen des aaronitischen Segens meditierend betrachten.

Wir stimmen uns auf die drei Segensabschnitte ein durch die einzelnen Strophen des Liedes

"Bewahre uns Gott, behüte uns Gott". EG 171,1

 

„Der Herr segne dich und behüte dich.“

Gott segne dich:

Er gebe dir Anteil an seinem Leben wie er am Anfang allen seinen Kreaturen Anteil an seinem Leben gab,

Anteil an seiner Vielfalt, an seiner Schönheit,

an seinem Glanz. Fische und Vögel segnete er, das Vieh und das Gewürm und die Tieres des Feldes.

Und zuletzt schuf er die Menschen, dich und mich. Pulsierendes Leben gebe er dir, Spannkraft und Geduld, einen langen Atem und Spontaneität.

Er gebe dir Trost, wenn du traurig bist,

und Freude an deinem Leben.

Er gebe dir die zärtliche Liebe deines Partners,

deiner Partnerin.

Er lasse dich Freude haben an deinen Kindern.

Und neugierig werden auf das,

was am nächsten Tag geschieht.

Er erfreue dich mit der Wärme der Sonne und der Frische des Regens. Er fülle deine Nase mit Düften, deine Ohren mit beschwingten Klängen.

Er lasse deine Augen Formen und Farben sehen.

Schmecken und fühlen mögest du, was dir und deiner Seele gut tut. So segne dich der Herr.

  

Und so behüte er dich:

Er begleite dich auf allen deinen Wegen.

Er hole dich aus Sackgassen zurück

und verlasse dich nicht, wenn du vom Wege abirrst.

Er stärke dich bei der Suche nach deinem eigenen Weg. Er schütze dich vor dem, was dir schaden könnte.

Er nehme dir deine Angst

vor dem Neuen und Unbekannten.

Er bewahre dich vor Unfällen und Gefahren,

wenn du zu Hause bist und wenn du mit dem Auto, dem Flugzeug oder der Bahn unterwegs bist.

Er nehme dir die Furcht vor schwerwiegenden Entscheidungen.

Er behüte dich vor aller Krankheit

und er lasse dich seine Nähe spüren,

wenn du doch krank wirst.

Er sei mit dir im Alter.

Er lasse dich aufmerksame Zuhörer und Gesprächspartner finden, wenn du einsam bist, liebevolle Pflege und Betreuung,

wenn du dich nicht mehr selbst versorgen kannst. Geborgen sollst du dich fühlen, weil er bei dir ist.

So behüte dich der Herr.

 

EG 171,2

 

„Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir

und sei dir gnädig.“

So lasse er sein Angesicht leuchten über dir:

Voller Wohlwollen und Liebe schaue er dich an,

wie ein Freund oder eine Freundin.

Freundlich lasse er seinen Blick auf dir ruhen.

Seine Miene helle sich auf, wenn er dich sieht.

Seine strahlenden Augen machen dich ruhig

und gelassen, froh und glücklich.

Sein leuchtendes Angesicht bestärke dich in dem,

was du vorhast.

Sein Angesicht bringe Licht in dein Leben, Orientierung.

Es erhelle auch die Schattenseiten deines Lebens.

Es mache dir Mut, zu deinen Schwächen,

deinen Fehlern zu stehen.

Es zeige dir, wo dein Reden und Handeln

andere verletzt und kränkt, wo du wissentlich

oder unwissentlich Schuld auf dich lädst.

Es wecke in dir Reue und die Bereitschaft,

Schaden wieder gut zu machen.

So lasse der Herr sein Angesicht leuchten über dir.

  

Und so sei er dir gnädig:

Er gebe dir, was du zum Leben brauchst.

Er schenke dir, um was du bittest.

Er erfülle dir deine Wünsche

und erhalte in dir die Sehnsucht

nach Liebe und Gerechtigkeit.

Was immer auch du unternimmst, in der Schule,

in der Familie oder im Beruf

- es soll sein Segen darauf ruhen.

Weiten Raum eröffne er dir. Er ebne dir deinen Weg.

Er mache dich frei von den Zweifeln, die dich quälen, von den Sorgen, die dich niederdrücken.

Er behafte dich nicht bei deinen Schwächen,

deinen Fehlern, sondern vergebe dir deine Schuld, damit du den Kopf nicht hängen lassen musst.

Im Gegenteil: Er neige sich dir zu, um dich zu stärken, um dich aufzurichten, wenn du niedergeschlagen bist. Um dir Mut zu machen, wenn du verzweifelt bist.

Um dir neue Möglichkeiten zu eröffnen,

damit du befreit aufatmen kannst.

Er bringe Glanz in deinen Alltag,

lasse dir gelingen, wovon du träumst.

So sei der Herr dir gnädig.

EG 171,3


„Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich

und gebe dir Frieden.“ 

So wende er sein Angesicht dir zu:

Dass du etwas spürst von der Wärme,

die von ihm ausgeht.

Denn wie die Sonne unsere Welt nicht nur in hellem Glanz erscheinen lässt, sondern auch die Kälte vertreibt, so sollst du ihn erfahren.

Dass du etwas spürst von der Liebe, die aus ihm strömt. So wie ein Liebespaar einander zugewandt ist,

so begegne dir der Geist Gottes.

Voller Zärtlichkeit, voller Verständnis,

voller Aufmerksamkeit für den andern.

Dass du etwas spürst von der Schönheit,

die von ihm kommt.

Die Zuneigung, die der Herr dir entgegenbringt,

färbe auf dich ab.

Dass du etwas spürst von der Leidenschaft,

mit der er deine Nähe sucht.

Weil er in deinem Herzen wohnen will.

Weil er ein Teil deiner selbst werden will.

So wende der Herr dir sein Angesicht zu.

 

Und so bereite er dir Frieden:

Er stelle dich in eine Gemeinschaft,

die dich trägt und stützt.

Er gebe dir Menschen an die Seite,

bei denen du dich geborgen fühlst,

die dich trösten, wenn du Kummer hast,

und dir helfen, wenn du Unterstützung suchst.

Deiner Unruhe und Hast bereite er ein Ende.

Er gebe dir stattdessen, dass Gelassenheit

und Ruhe die Oberhand in deinem Leben gewinnen.

Wo Zerrissenheit dich schmerzt,

wo menschliche Beziehungen und Bindungen Schaden genommen haben, da bringe er Heilung.

Er wecke in dir Vertrauen und bestärke dich in der Hoffnung auf einen glücklichen Ausgang.

Offen für Neues mache er dich,

bereit für Veränderungen, die dem Leben dienen.

Er gebe dir, dass du im Einklang mit deiner Bestimmung als Geschöpf Gottes leben kannst.

Dass du mit dir selber in Übereinstimmung bist.

Mit Haut und Haaren, mit deinem Denken und Fühlen, deinem Wollen und deinem Handeln,

mit allem, was dich ausmacht.

So bereite der Herr dir Frieden. Amen.

 EG 171,4