Berkenthin

Beratung, Begegnung, Unterstützung: Eine Anlaufstelle für Familien auf dem Land

Berkenthin/Ratzeburg. Das Ev. Familienzentrum in Berkenthin steht künftig unter der Trägerschaft des Diakonisches Werk Herzogtum Lauenburg. Zuvor lag die Verantwortung seit 2014 bei der Kirchengemeinde vor Ort. Mit dem Wechsel wird die Familienarbeit im ländlichen Raum weiter ausgebaut und strukturell gestärkt. 

Familienzentrum Berkenthin hat neuen Träger

Geleitet wird das Ev. Familienzentrum Berkenthin von Imke Köhn, Pastorin sowie ordinierte Gemeindepädagogin und Theaterpädagogin. Sie verfolgt das Ziel, weiterhin einen offenen Ort für Begegnung, Beratung und Unterstützung zu schaffen: „Wir wollen unsere Türen weit öffnen und einen Ort gestalten, an dem sich Menschen willkommen fühlen – unabhängig von ihrer Lebenssituation.“ 

Im Mittelpunkt in Berkenthin stehen konkrete Begegnungsorte für alle Generationen. Das Zentrum bietet bereits Angebote für Familien mit Babys und Kleinkindern, Gesprächsformate für Alltagsthemen sowie Kurse in den Bereichen Kreativität, Musik, Yoga und Entspannung, Sport und offene Räume für gemeinsame Erlebnisse. 

Begegnungsort für alle Generationen

„Wir wollen ausprobieren, was funktioniert, und gemeinsam mit den Menschen vor Ort herausfinden, wie das Familienzentrum als ein Ort voller Leben und Mitten im Leben der Menschen gemeinsam gestaltet wird“, erklärt Imke Köhn. Erste Kooperationen sind bereits entstanden, etwa mit einer Hebamme. Viele Menschen haben Lust hier etwas mit anzupacken. Aktuell lädt das Familienzentrum-Café einmal im Monat ein, engagierte Menschen backen und planen Aktionen für die Kinder. “Dabei geht es darum, nett bei Kaffee und Kuchen zusammenzusitzen und eine gute Zeit gemeinsam zu haben”, sagt Imke Köhn.  

Ulf Kassebaum, Leiter des Diakonischen Werks in Ratzeburg, hebt die gute Zusammenarbeit im Übergangsprozess hervor: „Es macht einfach Spaß, mit den Verantwortlichen zusammenzuarbeiten. So gelingen Übergänge, die wirklich im Sinne der Familien sind.“ Gleichzeitig betont Kassebaum die besondere Bedeutung des Standorts: „Das Familienzentrum Berkenthin ist vor Ort verwurzelt und das einzige seiner Art im ländlichen Raum. Das ist ein großer Schatz für die Gemeinde.“ Gerade im ländlichen Raum sei ein Familienzentrum als Anlaufstelle vor Ort enorm wichtig.  

Familienzentrum übernimmt Lotsenfunktion

In Ratzeburg leitet die Sozialpädagogin Inga Hüther seit Januar 2023 das Familienzentrum, das vor allem eine Lotsenfunktion übernimmt und Angebote dezentral organisiert. Aktuell werden rund 50 Familien direkt begleitet, im digitalen Raum werden etwa 500 Familien regelmäßig mit Informationen und Angeboten erreicht. Dazu gehören unter anderem Hausbesuche bei Familien, Austauschgruppen, ein Treff für Alleinerziehende sowie ein Tanzkurs für Kinder im Alter von vier bis sechs Jahren. „Eine Familie hatte den Wunsch nach einem ADHS-Treff – inzwischen treffen sich 15 Personen regelmäßig dazu“, berichtet Inga Hüther. 

Mehr Kooperation mit Ratzeburg

Mit der neuen Trägerschaft eröffnen sich nun zusätzliche Möglichkeiten der Zusammenarbeit: „Durch die Übernahme in Berkenthin können wir künftig Angebote noch besser verzahnen. Das bringt klare Vorteile für Familien vor Ort und in der ganzen Region“, erläutert Ulf Kassebaum. Unter einem Dach lassen sich Ressourcen und Ideen bündeln, sodass die Menschen in der Region noch mehr passende Angebote finden. 

Alle Angebote sind kostenfrei und werden über Drittmittel durch das Land Schleswig-Holstein finanziert, um möglichst vielen Menschen einen unkomplizierten Zugang zu ermöglichen.